Ort: Hinter dem großen Tor (Raum mit dem Geist)
Liebste Svea,
Nichts wünsche ich mir mehr, als bei dir zu sein. Nichts würde mich mehr freuen als auf dem Marktplatz in Lur zu stehen und auf die Schmiede und den goldenen Hahn blicken zu können und frische Luft zu atmen. Luft die nicht von dem Gestank der Verwesung geschwängert ist.
Wie lange bin ich eigentlich schon hier drin? Sind es wirklich erst sechs Tage? Ich bin heute wohl um Jahrzehnte gealtert. Gegen Wiedergänger, Skelette, Ghoule und sogar die Blutgebirge zu kämpfen ist eine Sache, aber gegen das was uns hinter dem Tor erwartet hat...
Ewige, undurchdringliche Dunkelheit ist kein Gegner für einen Zwerg. Gegen was soll ich kämpfen? Wie kann ich kämpfen, wenn ich nicht mal meine Axt sehen kann?
Diese Umgebung spielt mit uns! Kaum kamen wir aus dem Dunkel sahen wir unsere eigenen Leichen in der Ecke. Unsere Gestalt, unsere Ausrüstung und unsere Wunden... Diese Gegend ist nicht zwergisch! Hier hausten andere Wesen. Vor langer, langer Zeit! Aber trotzdem ist es hier nicht verlassen, etwas beobachtet uns.
Dann wieder Dunkel. War ich Stunden in der Dunkelheit verloren, oder waren es Minuten? Wie soll ich kämpfen, wenn ich selbst mein einziger Gegner bin?
Und immer wieder versteckt sich die Wahrheit hinter Illusionen. Was wahr ist? Was nicht? Ich weiß es nicht.
In dem einen Moment versuche ich einem Wiedergänger den Kopf vom verfaulenden Körper zu schlagen, im anderen entpuppt er sich als meine besten Freunde... Ich ahnte das etwas nicht stimmt, aber durchschauen konnte ich es erst spät. Warum hat mir Moradin nicht schneller den Schleier von den Augen genommen?
Moradin... Warum hilft er mir hier nicht? Ist er etwa von seinen großen Taten müde geworden? Vielleicht ist er hier auch einfach machtlos? Kann Moradins Hammer Geister zerschmettern? Wesen ohne Körper?
Ohne deine Liebe würde ich mich verlieren in diesem Ort. Als ich durch die große Dunkelheit irrte, war es der Gedanke an dich, der mich vor dem Wahnsinn rettete. Der Gedanken an dich, und die Hilfe meiner treuen Freunde. Ohne zu zögern traten sie ins Dunkel; sie lachten den Gefahren verächtlich ins Gesicht... Nichts würde ich lieber tuen als sie vor dem Bösen zu schützen. Mich mit meiner Axt für sie in die Gefahr zu stürzen.. aber hier.. kann ich es nicht.
Meine Gedanken sind bei Dir und deiner Familie.
In Liebe,
Dvalinn
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