Ort: Beim Brunnen auf dem Marktplatz in Lur
Was habe ich da gerade eigentlich getan!? Warum dachte ich, dass es eine gute Idee wäre, Gunnar auf Svea anzusprechen!?
Das Abendessen war diesmal besonders lecker und alle waren unglaublich gespannt auf die morgige Hochzeit. Was für ein schönes Fest es doch werden würde und wie schön es doch ist, dass die beiden endlich heiraten dürfen. Immer wieder warf mir Svea ihr süßes Lächeln zu. Sie schien sich besonders auf morgen zu freuen. So entspannt habe ich Gunnar selten erlebt. Ich hatte fast vergessen, wie angenehm ein familiäres Abendessen sein kann. Gehörte ich jetzt wirklich dazu?
Nach dem Essen trugen wir lokale Sagen vor und unterhielten uns bis tief in die Nacht über die Taten der zwergischen Helden. Was Svea wohl denken würde, wenn sie wüsste, dass ich nicht weniger geleistet habe als sie?
Gunnar brachte mich schließlich noch zur Tür und berauscht durch zwergisches Bier rutschte mir diese eine Frage raus. Die Frage ob Svea eigentlich jemandem versprochen sei. Auch wenn seine Worte gerade erst verklungen sind, so kommt es mir vor, wie ein anderes Leben: „Nun, wenn ich Ja sage, dann mache ich dir wohl mehr Angst als du haben musst. Du weißt genau, dass sie es ist. Eigentlich ist es ja üblich, dass zuerst jemand anders gefragt werden sollte...“. Er wird mir ihre Hand für den steinernen Bund geben, falls ich angemessen erscheine und ihn frage. Ist es wirklich wahr? Ist das einzige, dass zwischen ihr und mir steht ein Verlobungsgeschenk?
Wie im Traume wandelte ich durch die laue Sommernacht. Vor dem goldenen Hahn saßen meine Freunde auf einer Bank und blickten in den Sternenhimmel. Mit einem Lächeln reichten sie mir die Weinflasche, als ich ihnen von den Ereignissen erzählte.
Bin ich wirklich am Ziel angekommen? Oder.. wird diese eine Sache wieder alles zerstören? Nein, darüber kann ich gerade einfach nicht nachdenken. Und noch weniger möchte ich darüber nachdenken.
Freitag, 19. August 2011
08. Mai 651 - Nachtrag 2 (Dvalinns Tagebuch)
08. Mai 651 - Nachtrag (Dvalinns Tagebuch)
Ort: Goldener Hahn in Lur
Ich konnte den Mädchen wirklich helfen, aber nicht so, wie ich erhofft hatte. Sie wollten Weidenzweige sammeln und ich durfte einige Körbe tragen. Ich hatte immer mal wieder das Gefühl, dass sie sich etwas über mich lustig gemacht haben... Es war zumindest wirklich nicht nötig sich jedes Mal in die Hocke zu geben, wenn sie mit mir sprachen. Nun, ich bin mir sicher: Lustig machen werden sie sich über mich nicht mehr!
Denn schon bevor wir richtig im Wald ankamen, lief auch schon eines der Mädchen schreiend an mir vorbei, gefolgt von einem Wildschwein. Ich war wirklich froh, dass ich meine Axt immer dabei hatte. Ohne Rüstung zu kämpfen hat mir einige ordentliche Wunden verschafft, aber was hätte ich ohne Axt getan? Mich auf das Vieh werfen? Mit bloßen Fäusten auf es einschlagen? Hätte den Mädchen wohl auch genug Zeit verschafft um nach Lur zu kommen. Doch so zog ich einfach meine Axt und hieb auf das Vieh ein. Wenig später lag es auch schon auf dem Boden und genau in diesem Moment kam dann auch Alarik, alarmiert durch die schreienden Mädchen, vorbei. Er weidete es dann aus und brachte das Fleisch zu Garn. Was für eine nette Abwechslung zu Khazad Mirr, hier kann man den Gegner sogar essen!
Im Dorf angekommen heilte mich Hildegard und sofort war ich von den Mädchen umringt, die wirklich aufgeregt waren. Sie haben alle nie etwas gefährlicheres als diesen Keiler gesehen.
Mein Hauptproblem nach diesem Kampf war nur, dass ich nun nicht ein Kleidungsstück besaß, welches nicht vollkommen zerfetzt war. Die Kleidung, die ich in Khazad Mirr trug, hatte ich verbrannt und der Keiler hatte nun auch meine Ersatzkleidung zerstört. Doch Svea schleppte mich dann auch direkt zur Schmiede um mir etwas von Durin oder Gunnar zu geben. Damit wir auch ja nicht auf die Idee kommen oben im Haus auch nur etwas annähernd unanständiges zu tun, wurde Durin mitgeschickt. Er versuchte direkt einige seiner Kleidungsstücke zu sichern, was sich aber auch schnell als unnötig herausstellte. Die waren mir schlicht und einfach zu kurz. Durin ist halt doch noch ein ganzes Stück kleiner als ich. Gunnars Klamotten passten schon viel besser und Svea drückte mir neben einem Satz einfacher Alltagskleidung auch noch ein rostbraunes Sonntagsgewand für die morgige Hochzeit in die Hand.
Als Vorbereitung für die Hochzeit fehlte also nur noch eines: Tanzunterricht. Zwar bin ich recht gut in zwergischen Tänzen, hab ich ja auch oft genug geübt, aber menschliche Tänze? Keine Ahnung. Aber wozu ist man schließlich mit einem Barden befreundet?
Svea war von dieser Sache natürlich sofort begeistert. Schließlich kannte sie die ganzen menschlichen Tänze auch nicht.
Wir hatten die Tänze dann auch schnell halbwegs drauf. Sie waren den unseren auch wirklich nicht unähnlich. Auch bei den Menschen werden viele Reigentänze getanzt.
Und zum krönenden Abschluss des Tages gibt es noch ein leckeres Essen von Svea! Viel schöner kann die morgige Hochzeit eigentlich auch nicht mehr werden!
Ich konnte den Mädchen wirklich helfen, aber nicht so, wie ich erhofft hatte. Sie wollten Weidenzweige sammeln und ich durfte einige Körbe tragen. Ich hatte immer mal wieder das Gefühl, dass sie sich etwas über mich lustig gemacht haben... Es war zumindest wirklich nicht nötig sich jedes Mal in die Hocke zu geben, wenn sie mit mir sprachen. Nun, ich bin mir sicher: Lustig machen werden sie sich über mich nicht mehr!
Denn schon bevor wir richtig im Wald ankamen, lief auch schon eines der Mädchen schreiend an mir vorbei, gefolgt von einem Wildschwein. Ich war wirklich froh, dass ich meine Axt immer dabei hatte. Ohne Rüstung zu kämpfen hat mir einige ordentliche Wunden verschafft, aber was hätte ich ohne Axt getan? Mich auf das Vieh werfen? Mit bloßen Fäusten auf es einschlagen? Hätte den Mädchen wohl auch genug Zeit verschafft um nach Lur zu kommen. Doch so zog ich einfach meine Axt und hieb auf das Vieh ein. Wenig später lag es auch schon auf dem Boden und genau in diesem Moment kam dann auch Alarik, alarmiert durch die schreienden Mädchen, vorbei. Er weidete es dann aus und brachte das Fleisch zu Garn. Was für eine nette Abwechslung zu Khazad Mirr, hier kann man den Gegner sogar essen!
Im Dorf angekommen heilte mich Hildegard und sofort war ich von den Mädchen umringt, die wirklich aufgeregt waren. Sie haben alle nie etwas gefährlicheres als diesen Keiler gesehen.
Mein Hauptproblem nach diesem Kampf war nur, dass ich nun nicht ein Kleidungsstück besaß, welches nicht vollkommen zerfetzt war. Die Kleidung, die ich in Khazad Mirr trug, hatte ich verbrannt und der Keiler hatte nun auch meine Ersatzkleidung zerstört. Doch Svea schleppte mich dann auch direkt zur Schmiede um mir etwas von Durin oder Gunnar zu geben. Damit wir auch ja nicht auf die Idee kommen oben im Haus auch nur etwas annähernd unanständiges zu tun, wurde Durin mitgeschickt. Er versuchte direkt einige seiner Kleidungsstücke zu sichern, was sich aber auch schnell als unnötig herausstellte. Die waren mir schlicht und einfach zu kurz. Durin ist halt doch noch ein ganzes Stück kleiner als ich. Gunnars Klamotten passten schon viel besser und Svea drückte mir neben einem Satz einfacher Alltagskleidung auch noch ein rostbraunes Sonntagsgewand für die morgige Hochzeit in die Hand.
Als Vorbereitung für die Hochzeit fehlte also nur noch eines: Tanzunterricht. Zwar bin ich recht gut in zwergischen Tänzen, hab ich ja auch oft genug geübt, aber menschliche Tänze? Keine Ahnung. Aber wozu ist man schließlich mit einem Barden befreundet?
Svea war von dieser Sache natürlich sofort begeistert. Schließlich kannte sie die ganzen menschlichen Tänze auch nicht.
Wir hatten die Tänze dann auch schnell halbwegs drauf. Sie waren den unseren auch wirklich nicht unähnlich. Auch bei den Menschen werden viele Reigentänze getanzt.
Und zum krönenden Abschluss des Tages gibt es noch ein leckeres Essen von Svea! Viel schöner kann die morgige Hochzeit eigentlich auch nicht mehr werden!
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08. Mai 651 (Dvalinns Tagebuch)
Ort: Am Schrein Sehanines
Gestern sind wir endlich wieder in Lur angekommen! Und einen größeren Kontrast zu Khazad Mirr könnte es nicht geben! Für Irmels Hochzeit ist alles mit bunten Blumen dekoriert, die Mädchen kichern und singen und die Sonne scheint vom blauen Himmel herab. Alles ist voller Leben!
Doch am schönsten war es natürlich all die Personen wieder zu sehen, die wir so lange vermissen mussten. Schon nach wenigen Saschen sahen wir Wulfhinrich und seine Frau Anna. Er brachte gerade einige Blumengirlanden an einem Dachgiebel an und klärte uns über die ganze Blumenpracht auf. Garn hat endlich einer Vermählung der beiden Liebenden zugestimmt. Ob Gunnar jemals zustimmen würde, wenn ich um Sveas Hand bitten würde? Einerseits hat er mir die Aufnahme in seine Familie versprochen, wenn ich Khazad Mirr reinige und ihm das Grabidol bringe, doch sollte ich auf dieses Versprechen nicht zu viel geben. Schließlich hat er es nicht mir gegeben, sondern einem Trugbild...
Doch wen interessiert die Zukunft, wenn die Gegenwart so schön und einfach ist? Wie leicht wurde es mir ums Herz als ich Svea hinter einem Berg von gelben Blüten entdeckte. Und wie süß überrascht sie war, als ich ihr die Blumen aus den Händen riss um sie zu umarmen. Wie habe ich ihren Duft vermisst, ihre warme, weiche Umarmung. Ihre zärtlichen Worte...
Vermutlich habe ich sie sehr viel länger umarmt, als angemessen wäre, doch Gunnar war eh nicht in der Nähe und die Menschen kümmerten sich nicht um uns. Alarik und Hildegard verschwanden schnell und so konnte ich diesen Moment unbeschwert genießen. Nachdem sie sich aus meiner Umarmung löste, begleitete ich sie zu Irmel. Unterwegs gratulierte ich Garn so gut es halt mit einem Busch aus Blumen im Arm geht. Der Mann versprach auch wahrlich nicht zu viel: Schon nach wenigen Stufen konnte man das Gekicher und Gequassel der Mädchen hören. Auf der Treppe eilte mir auch schon der Feigling Alarik entgegen, der schnellstmöglich geflohen war.
Irmel freute sich über unsere Ankunft in Lur und über meine Glückwünsche.
Hildegard wurde dieses Verhalten wohl auch schnell zu viel und auch sie verschwand, nicht ohne der Braut zu versprechen ihr mit den Haaren zu helfen.
An der Wand des Zimmers sah ich dann Irmels Brautkleid. Ein wirklich schönes Kleid, welches von Spitze überwuchert und mit Perlmutt-Splittern bestickt ist. Leise flüsterte ich Svea zu, dass sie wunderschön in so einem Brautkleid aussehen würde. Auch wenn ich bis zu diesem Zeitpunkt von den meisten Mädchen weitestgehend ignoriert wurde: Sveas Erröten brachte das Zimmer kurz zum Schweigen. Ich nutzte den Augenblick um mich zu verabschieden und Svea nutze ihn scheinbar um mein Gesuch um ihre Hand kund zu geben. Zumindest entnehme ich dies dem fröhlichen Aufschrei der Brautjungfern.
Mein nächster Weg führte mich, zusammen mit Hildegard, zu Gunnar und wir wurden überaus freundlich begrüßt. Nach einigen kurzen Grußworten, bat mich Hildegard zu gehen, da sie mit Gunnar unter vier Augen reden wollte. Nun, ich hatte nichts dagegen, da ich so den Kurzbart Durin begrüßen konnte. Hätte ich geahnt, wie sie mit Gunnar sprechen wollte, ich wäre geblieben. Denn als ich wiederkehrte, hörte ich Hildegard laut zetern. Schnell schritt ich in die Situation ein. Hildegard warf Gunnar vor, dass er uns absichtlich ins Verderben geführt hatte. Ich war und bin mir sicher, dass dies nicht der Fall ist, zumindest bei Gunnar, und auch Hildegard sah es schnell ein, denn bereits heute hat sie sich entschuldigt.
Wir haben den Abend am Schrein ausklingen lassen. Und nach all den Ereignissen in Khazad Mirr entschieden wir uns, dies mit reichlich Alkohol zu tun. Im Laufe des Abends tauchte dann auch noch Narsil auf und ... nun. Irgendwann sind wir scheinbar ins Bett gegangen. Zumindest bin ich heute morgen dort aufgewacht.
Nach dem Frühstück statteten Hildegard und ich Gunnar einen Besuch ab und Hildegard entschuldigte sich für ihr Verhalten und ich machte mich an die Arbeit für das Geschenk an Irmel und Sven. Wir hatten uns dafür entschieden einfach eines der Goldfigürchen aus Khazad Mirr einzuschmelzen und daraus ein nettes Schmuckstück zu machen. Wozu hat man denn auch sonst einen Goldschmied dabei, wenn nicht für so einen schönen Anlass? Diese Goldfigürchen waren wirklich unglaublich hässlich und ich hoffe nur, dass keinerlei Fluch auf diesen fürchterlichen Dingern lag. Hildegard versicherte mir zumindest, dass sie keinerlei magische Energie beinhalten. Sie ließen sich auch ganz normal schmieden und nach wenigen Stunden und einem Mittagessen war ich schließlich fertig. Doch meine Hände sind inzwischen die Axt mehr gewohnt, als den kleinen Goldschmiedehammer. Im Grunde war dies immer der Fall, doch setzt man nach so langer Zeit Rost an. Hildegard und Alarik waren zumindest sehr beeindruckt von der Arbeit und auch Gunnar, Durin und Svea zeigten Anerkennung. Insbesondere Svea war voll des Lobes; ich glaube fast sie wollte mir damit andeuten, dass sie auch gern ein selbstgeschmiedetes Schmuckstück hätte. Nun, dies lässt sich in den nächsten Wochen sicherlich einrichten!
In der Zwischenzeit arbeitete Gunnar an unseren Rüstungen. Die brauchten auch wirklich dringend eine Ausbesserung. Nicht wenige Schuppen hatten sich inzwischen gelöst. Die ganze Situation erinnerte mich sehr an die Zeiten meiner Lehre. Gunnar am großen Amboss, ich am kleinen und zusammen sangen wir das ein oder andere Loblied der Schmiedekunst. Ob er mich wirklich jemals in seine Familie aufnehmen wird? Ich bin mir sicher, den Dvalinn den er kennt, würde er als Sohn akzeptieren. Aber mein wahres Ich?
Nun, ich glaube eh kaum, dass ich Zeit haben werde darüber nachzudenken. Schon von weitem hört man das Gekicher und Geplapper der Mädchen. Wollen wir doch mal sehen, ob man den liebreizenden Geschöpfen irgendwie helfen kann!
Gestern sind wir endlich wieder in Lur angekommen! Und einen größeren Kontrast zu Khazad Mirr könnte es nicht geben! Für Irmels Hochzeit ist alles mit bunten Blumen dekoriert, die Mädchen kichern und singen und die Sonne scheint vom blauen Himmel herab. Alles ist voller Leben!
Doch am schönsten war es natürlich all die Personen wieder zu sehen, die wir so lange vermissen mussten. Schon nach wenigen Saschen sahen wir Wulfhinrich und seine Frau Anna. Er brachte gerade einige Blumengirlanden an einem Dachgiebel an und klärte uns über die ganze Blumenpracht auf. Garn hat endlich einer Vermählung der beiden Liebenden zugestimmt. Ob Gunnar jemals zustimmen würde, wenn ich um Sveas Hand bitten würde? Einerseits hat er mir die Aufnahme in seine Familie versprochen, wenn ich Khazad Mirr reinige und ihm das Grabidol bringe, doch sollte ich auf dieses Versprechen nicht zu viel geben. Schließlich hat er es nicht mir gegeben, sondern einem Trugbild...
Doch wen interessiert die Zukunft, wenn die Gegenwart so schön und einfach ist? Wie leicht wurde es mir ums Herz als ich Svea hinter einem Berg von gelben Blüten entdeckte. Und wie süß überrascht sie war, als ich ihr die Blumen aus den Händen riss um sie zu umarmen. Wie habe ich ihren Duft vermisst, ihre warme, weiche Umarmung. Ihre zärtlichen Worte...
Vermutlich habe ich sie sehr viel länger umarmt, als angemessen wäre, doch Gunnar war eh nicht in der Nähe und die Menschen kümmerten sich nicht um uns. Alarik und Hildegard verschwanden schnell und so konnte ich diesen Moment unbeschwert genießen. Nachdem sie sich aus meiner Umarmung löste, begleitete ich sie zu Irmel. Unterwegs gratulierte ich Garn so gut es halt mit einem Busch aus Blumen im Arm geht. Der Mann versprach auch wahrlich nicht zu viel: Schon nach wenigen Stufen konnte man das Gekicher und Gequassel der Mädchen hören. Auf der Treppe eilte mir auch schon der Feigling Alarik entgegen, der schnellstmöglich geflohen war.
Irmel freute sich über unsere Ankunft in Lur und über meine Glückwünsche.
Hildegard wurde dieses Verhalten wohl auch schnell zu viel und auch sie verschwand, nicht ohne der Braut zu versprechen ihr mit den Haaren zu helfen.
An der Wand des Zimmers sah ich dann Irmels Brautkleid. Ein wirklich schönes Kleid, welches von Spitze überwuchert und mit Perlmutt-Splittern bestickt ist. Leise flüsterte ich Svea zu, dass sie wunderschön in so einem Brautkleid aussehen würde. Auch wenn ich bis zu diesem Zeitpunkt von den meisten Mädchen weitestgehend ignoriert wurde: Sveas Erröten brachte das Zimmer kurz zum Schweigen. Ich nutzte den Augenblick um mich zu verabschieden und Svea nutze ihn scheinbar um mein Gesuch um ihre Hand kund zu geben. Zumindest entnehme ich dies dem fröhlichen Aufschrei der Brautjungfern.
Mein nächster Weg führte mich, zusammen mit Hildegard, zu Gunnar und wir wurden überaus freundlich begrüßt. Nach einigen kurzen Grußworten, bat mich Hildegard zu gehen, da sie mit Gunnar unter vier Augen reden wollte. Nun, ich hatte nichts dagegen, da ich so den Kurzbart Durin begrüßen konnte. Hätte ich geahnt, wie sie mit Gunnar sprechen wollte, ich wäre geblieben. Denn als ich wiederkehrte, hörte ich Hildegard laut zetern. Schnell schritt ich in die Situation ein. Hildegard warf Gunnar vor, dass er uns absichtlich ins Verderben geführt hatte. Ich war und bin mir sicher, dass dies nicht der Fall ist, zumindest bei Gunnar, und auch Hildegard sah es schnell ein, denn bereits heute hat sie sich entschuldigt.
Wir haben den Abend am Schrein ausklingen lassen. Und nach all den Ereignissen in Khazad Mirr entschieden wir uns, dies mit reichlich Alkohol zu tun. Im Laufe des Abends tauchte dann auch noch Narsil auf und ... nun. Irgendwann sind wir scheinbar ins Bett gegangen. Zumindest bin ich heute morgen dort aufgewacht.
Nach dem Frühstück statteten Hildegard und ich Gunnar einen Besuch ab und Hildegard entschuldigte sich für ihr Verhalten und ich machte mich an die Arbeit für das Geschenk an Irmel und Sven. Wir hatten uns dafür entschieden einfach eines der Goldfigürchen aus Khazad Mirr einzuschmelzen und daraus ein nettes Schmuckstück zu machen. Wozu hat man denn auch sonst einen Goldschmied dabei, wenn nicht für so einen schönen Anlass? Diese Goldfigürchen waren wirklich unglaublich hässlich und ich hoffe nur, dass keinerlei Fluch auf diesen fürchterlichen Dingern lag. Hildegard versicherte mir zumindest, dass sie keinerlei magische Energie beinhalten. Sie ließen sich auch ganz normal schmieden und nach wenigen Stunden und einem Mittagessen war ich schließlich fertig. Doch meine Hände sind inzwischen die Axt mehr gewohnt, als den kleinen Goldschmiedehammer. Im Grunde war dies immer der Fall, doch setzt man nach so langer Zeit Rost an. Hildegard und Alarik waren zumindest sehr beeindruckt von der Arbeit und auch Gunnar, Durin und Svea zeigten Anerkennung. Insbesondere Svea war voll des Lobes; ich glaube fast sie wollte mir damit andeuten, dass sie auch gern ein selbstgeschmiedetes Schmuckstück hätte. Nun, dies lässt sich in den nächsten Wochen sicherlich einrichten!
In der Zwischenzeit arbeitete Gunnar an unseren Rüstungen. Die brauchten auch wirklich dringend eine Ausbesserung. Nicht wenige Schuppen hatten sich inzwischen gelöst. Die ganze Situation erinnerte mich sehr an die Zeiten meiner Lehre. Gunnar am großen Amboss, ich am kleinen und zusammen sangen wir das ein oder andere Loblied der Schmiedekunst. Ob er mich wirklich jemals in seine Familie aufnehmen wird? Ich bin mir sicher, den Dvalinn den er kennt, würde er als Sohn akzeptieren. Aber mein wahres Ich?
Nun, ich glaube eh kaum, dass ich Zeit haben werde darüber nachzudenken. Schon von weitem hört man das Gekicher und Geplapper der Mädchen. Wollen wir doch mal sehen, ob man den liebreizenden Geschöpfen irgendwie helfen kann!
07. Mai 651 (Dvalinns Brief an seine Mutter)
Verehrte Frau Mutter,
ich hoffe Euch und der Familie geht es gut.
Ich zumindest bin gesund und in der Welt der Menschen gibt es stets genug Arbeit für jemanden mit einer scharfen Axt. Unter den Menschen habe ich zwei gefunden, die ich als Freunde bezeichnen möchte: Die Klerikerin Hildegard und den Waldläufer Alarik. Ihr seht, Mutter, ich bin nicht allein unterwegs.
Auch wenn meine Wanderschaft wohl noch kein Ende gefunden hat, so habe ich dennoch einen Ort gefunden, den ich als neue Heimat betiteln würde: Ein kleiner Handelsort namens Lur. Briefe, die an den Wirt des goldenen Hahn, Garn, gerichtet sind, werden mich sicherlich erreichen. Sehr würde ich mir einen Brief von Euch wünschen, geliebte Mutter.
Der Grund, warum mir dieser Ort zur Heimat wird ist eine junge Zwergin: Svea, die Tochter des Schmiedes Gunnar Thorndallssohn. Ich hoffe bald eine Verlobung bekannt geben zu dürfen. Doch gleichzeitig fürchte ich diesen Tag auch, denn ich frage mich, was Vater dazu sagen wird? Ich gebe mein bestes um meinen Ruf wieder herzustellen, doch wird Vater mich je wieder als Sohn anerkennen? Mir seine Zustimmung zu einer Vermählung geben?
Liebste Mutter, sicher werden wir einander eines Tages, so Moradin dies wünscht, wieder sehen.
Lebt wohl.
In Liebe und ewiger Verbundenheit,
Dvalinn
ich hoffe Euch und der Familie geht es gut.
Ich zumindest bin gesund und in der Welt der Menschen gibt es stets genug Arbeit für jemanden mit einer scharfen Axt. Unter den Menschen habe ich zwei gefunden, die ich als Freunde bezeichnen möchte: Die Klerikerin Hildegard und den Waldläufer Alarik. Ihr seht, Mutter, ich bin nicht allein unterwegs.
Auch wenn meine Wanderschaft wohl noch kein Ende gefunden hat, so habe ich dennoch einen Ort gefunden, den ich als neue Heimat betiteln würde: Ein kleiner Handelsort namens Lur. Briefe, die an den Wirt des goldenen Hahn, Garn, gerichtet sind, werden mich sicherlich erreichen. Sehr würde ich mir einen Brief von Euch wünschen, geliebte Mutter.
Der Grund, warum mir dieser Ort zur Heimat wird ist eine junge Zwergin: Svea, die Tochter des Schmiedes Gunnar Thorndallssohn. Ich hoffe bald eine Verlobung bekannt geben zu dürfen. Doch gleichzeitig fürchte ich diesen Tag auch, denn ich frage mich, was Vater dazu sagen wird? Ich gebe mein bestes um meinen Ruf wieder herzustellen, doch wird Vater mich je wieder als Sohn anerkennen? Mir seine Zustimmung zu einer Vermählung geben?
Liebste Mutter, sicher werden wir einander eines Tages, so Moradin dies wünscht, wieder sehen.
Lebt wohl.
In Liebe und ewiger Verbundenheit,
Dvalinn
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