Plan für diese Seite sind ein Kalender mit zwergischen Feiertagen und zwergischen Sagas.
Ich muss mal sehen, in wie weit sich diese Unterseite überhaupt lohnt. Löschen kann ich sie ja immer noch.
Durgrimssaga
Hintergrundinformationen: Dies ist eine Saga die der südlichen Larni-Saga in etwa entspricht aber in den nördlichen Minen um Khazad Sosnojask, Khazad Torschok und Grubach-zâram erzählt wird.
Maße:
1 Werst = 1066 m
1 Saschen = 2,13 m
1 Arschin = 71,12 cm
1 Pud = 16,3 kg
Im Sprichwort der Kämpfer heißt es, mancher pflege seinen Nächsten seiner Schwäche wegen gering zu achten, doch schwächer als die Gemeinschaft ist stets der einzelne Krieger.
Durgrim aus dem Haus der Zwerge von Varlaam, Vadims Sohn, war ein unerfahrener Krieger. Er lernte seine Kriegsaxt in schönen Bewegungen zu schwingen, seine Schritte waren schnell und sicher, seine Arme hielten die Axt mit großer Stärke, so dass er seines Vaters Stolz war. Doch seine Gegner waren nur seine Kameraden, nie kämpfte er gegen einen Feind, dies war sein Verhängnis.
Eines Tages begleitete er seinen Vater Vadim und andere Händler nach Khazad Torschok, einer Mine vierzig Werst entfernt. Die Ferntunnel waren durch Steinrutsche blockiert und der oberirdische Weg durch den tiefen Schnee kostete sie Stunde um Stunde. Vergnügt sangen sie Lieder, die Gefahren der Welt verachtend. Auch Durgrims Axt war unachtsam an seinem Rücken verschnürt. Erst als der Schneemensch sich auf ein Saschen genähert hatte, entdeckte Durgrim die Gefahr. Zwei Meter groß, mindestens 10 Pud schwer und in seinem zottigen dreckig-weißem Fell klebten Eisschollen, sein heiseres Brüllen erzeugte dampfende Wolken.
Durgrims kalte Hände griffen einmal ins Leere, zweimal ins Leere, bevor er seine Axt in den Händen hatte. Er führte einen starken Hieb, doch verlor der Schneemensch nicht sein Leben, sondern nur ein Stück seiner Zotteln. Seine langen Arme schlugen nach dem unerfahrenen Zwerg und schon lag dieser im tiefen Schnee vergraben. Vom Aufprall schwanden ihm die Sinne und wenn Moradin ihn nicht geweckt hätte, würde er noch heute da liegen. Blaugefroren schaufelte er sich aus seinem kalten Grab und blickte einem Schneesturm ins Gesicht. Die Berge waren in Schneewehen versunken, rings um Durgrim erstreckte sich ein weißer Vorhang. Weder konnte er sagen, von wo er kam, noch wohin sein Vater und die Händler verschwunden waren. Er rieb sich seine kalten Hände und warf seine Axt in hohem Bogen nach oben: „Moradin, führe mich zurück in den Schoß der Erde! Wohin der Stil der Axt zeigt, dorthin werde ich gehen!“. Und dies tat er dann.
Immer wieder stolperte er über Schneemassen, seine kalten Füße spürte er längst nicht mehr, als er vor den Toren Khazad Sosnojask stand.
Schnell schritt er die Stollen entlang und die Eisschollen aus seinen Haaren lösten sich. Er klopfte an die Tür des größten Hauses in der Mitte der Mine. Ein großgewachsener Zwerg blickte ihn aus dunklen Augen an. Sein Haar war vor Jahren wohl einmal genauso schwarz wie das des Zwergenschmieds Moradin: „Wer bist du, Fremder?“, tönte seine dunkle Stimme. Schnell antwortete Durgrim mit Namen und Vatersnamen und als er den Kampf gegen den Yeti schilderte, bat ihn der alte Zwerg hinein. Seiner Tochter, deren schwarzes Haar wie Onyx glänzte, trug er auf dem durchfrorenen Durgrim ein Glühbier zu bringen und das Feuer im Kamin zu schüren. Nicht nur schmolzen die Eiszapfen in seinem Bart, auch sein Herz entbrannte in wildem Feuer für die Tochter des Schmieds, er sann nach Rache für den Verlust seines Vaters und der verlorenen Schlacht.
Leise klirrten die vielen Ketten um den Hals des alten Zwerges als er ihm eine in ein Tuch eingewickelte Axt überreichte: „Mit dieser Axt hat mein Ururgroßvater Jakov gegen den Schneemenschen gekämpft und gesiegt. Die Legende besagt, dass ein Tropfen flüssigen Goldes in das Metall dieser Axt geraten sei. Seit dem Tag des Sieges gegen den Yeti stellt meine Familie die Vorsteher dieser Mine. Mein Vater Gram I. gab diese Axt an mich weiter, als ich, Gram II., zum Vorsteher der Mine wurde. Ich bin nun zu alt um diesem Schneemenschen, der diese Mine seit Jahren bedroht, zu besiegen, doch du wirst dies für mich und für dich tun.“. Durgrim nahm die Axt in seine kalte Hand und sofort bemerkte er, wie ein warmer Strom von der Axt ausgehend durch seine Adern floss.
„Nun ruhe dich aus, junger Krieger. Im Morgengrauen wirst du den Gipfel des Jemwa-Zigil besteigen und gegen den Yeti kämpfen. Wenn du Kazhad Sosnojask von dieser Gefahr befreist, reiche ich dir die Hand meiner Tochter Liouba im ewigen steinernen Bund.“ dies sprach der Alte während er sanft seiner Tochter über die Haare strich.
Schon bevor die ersten Strahlen der Sonne die Schneewolken durchbrachen, bestieg der junge Durgrim den Jemwa-Zigil. Der Weg war glatt und steil. Immer wieder rutschten Durgrims Stiefel auf dem Eis und er kam nur langsam voran. Bevor er den Gipfel erreichte stand die Sonne bereits auf ihrem höchsten Punkt. Schon von weitem konnte Durgrim die Höhle des Yeti erkennen und er näherte sich bis auf 10 Saschen. Ein kurzes Gebet gen Moradin geschickt, die Axt in den Himmel gereckt und mit einem lauten Schrei rannte Durgrim auf die Höhle zu. Vom lauten Schreien geweckt, schritt der Yeti vor seine Höhle und blickte sich noch schläfrig um. Die Gestalt des Zwerges wurde von Schnee überschattet und erst als die Axt Durgrims tief in sein Fleisch schnitt, erkannte der Yeti seinen Gegner. Ein heftiger Kampf entbrannte. Die langen Arme des Schneemenschen konnten dem Zwerg immer wieder heftige Schläge verpassen und um den Yeti zu treffen, rannte Durgrim unentwegt um ihn herum. Die Axt verlieh dem Kämpfer eine unglaubliche Ausdauer. Er war sich sicher, dass er noch bis zur Mine Khazad Mirr rennen könnte, ohne auch nur zu ermüden. Dies brachte ihm den Sieg. Anfangs konnte er den Yeti nicht treffen, seine Arme stießen ihn immer weg, bevor er sich auch nur einen Arschin nähern konnte. Doch seine Kräfte ließen schnell nach, bald schon konnte Durgrim die ersten Hiebe gegen ihn ausführen. Mit lauten Schreien schlug der Zwerg auf seinen Gegner ein, dessen dickes Fell ihn nicht vor der scharfen Klinge beschützen konnte. „Moradin, leih mir deine Kraft!“ rief er als er von einem Absatz absprang um sein gesamtes Körpergewicht in einen finalen Schlag zu legen. Er setzte am Hals des Ungetüms an und die Klinge teilte den Körper in zwei Teile. Ein lautes Grollen entwich dem Yeti als die Axt an seiner Hüfte wieder austrat und sich der Schnee rot färbte.
Seine Rüstung mit dampfendem Blut beschmiert, schickte Durgrim ein Gebet an Moradin und stieg über den Körper des Yetis zu dessen Höhle. Am Ausgang standen bereits die Händler, die der Yeti gefangen genommen hatte. Stolz klatschend begrüßten sie den Helden und laute Rufe tönten ihm entgegen. Mit stolzgeschwellter Brust verkündete Vadim, dass er nie einen so eindrucksvollen Kampf gesehen habe.
Sicher brachte Durgrim die Händler zum Fuße des Berges, wo er sich von ihnen verabschiedete und mit seinem Vater nach Khazad Sosnojask ging.
Herzlich wurden beide von Gram II. und seiner Tochter Liouba in der Mine und in seiner Familie begrüßt. Sanft nahm Liouba den jungen Helden an der Hand und lächelte. Vorsichtig drückte Durgrim die Hand des Mädchens und lächelte zurück.
Zwei Wochen später war das Hochzeitsfest. Alle Bewohner Khazad Sosnojasks waren eingeladen und sassen inmitten der Familien der Braut und des Bräutigams. Die Gäste sassen in einem Kreis um einen Zwergenbarden, der die Heldentaten Durgrims auf dem Gipfel des Jemwa-Zigil besang. Als sein Lied verklang stimmte er eine alte zwergische Weise an, die in getragenen, tiefen, mächtigen Tönen von der Erschaffung der ersten Zwergin durch Moradin erzählt. Langsam lief Liouba an der Hand ihres Vaters in den Saal. Sie trug ein helles Kleid, welches über und über mit Goldborten verziert war, ihre langen Haare hatte sie zu Zöpfen geflochten und zu Schnecken gedreht. Ihr Vater neben ihr trug einen großen, mit Reliefs verzierten Kasten und führte seine Tochter in die Mitte. Sobald sie neben dem Barden standen und er sein Lied vollendet hatte, trat Durgrim mit seinem Vater in den Saal. Nach dem traditionellen Handschlag mit dem Vater bahnte auch er sich seinen Weg mitten durch die Gäste.
Neben ihr blieb er stehen und ein Moradin Priester ging durch die Menge. Anders als bei Braut und Bräutigam bildeten die Gäste dieses Mal eine Gasse und versuchten nicht den Weg mit ihren Körpern zu versperren. Sofort hinter dem Priester schloss sich die Menge wieder zusammen und der Barde stimmte ein Lied an, in dem die Festigkeit der Gemeinschaft gepriesen wird und wie aus zwei Familien eine wird. Auf ein Zeichen fassten sich alle Gäste an den Schultern und bildeten so Kreise, die sich in verschiedene Richtungen drehten. Erst langsam, dann immer schneller. Aus den einzelnen Zwergen wurde eine pulsierende Masse ein sich um den Mittelpunkt der Liebenden drehender Körper. Noch lange nachdem das Lied verklungen war hielten sich die Zwerge fest an den Schultern. Der Priester rief die Eheleute dazu auf, eine feste Einheit zu bilden, ihre einzelnen Persönlichkeiten miteinander zu verschmelzen und so eine Legierung zu erschaffen, welche die Festigkeit der einzelnen Metalle übertrifft.
Liouba begann ihr Versprechen zu verkünden: Sie will ihm stets treu zur Seite stehen, seine Entscheidungen begleiten und ihm das Wertvollste schenken, was sie zu schenken imstande sei. Leben. Neues Leben.
Durgrim öffnete in diesem Moment den Kasten, den er von Gram II. bekam, und ein goldener Schimmer erklang daraus. Auf einem kleinen Tisch stellte er diesen Kasten auf und zog ein Schmuckstück nach dem anderen daraus: „Liouba, Grams Tochter, auch ich werde dir das wertvollste schenken, zudem ich imstande bin. Ich werde meiner Arbeit Früchte mit dir Teilen.“. Klimpernd zog er ihr mehrere goldene Ketten mit großen Edelsteinen über den Kopf. Seine Stimme zitterte leicht, doch gab er sich alle Mühe dies zu überdecken: „Ich werde dir und stets treu zur Seite stehen und du wirst ebenso fest in meine Familie eingefügt, wie ich in deine.“. Langsam befestigte er mehrere goldene Broschen an ihrem Gewand. Mit der größten Brosche, in deren Mitte ein großer Rubin umgeben von goldenen Strahlen thronte, schloss er die beiden Enden ihres Schleiers auf der Brust. Nachdem er ihr auch einige Armreifen angelegt hatte, sank er auf die Knie, erhob seine Axt und sprach: „Doch das wertvollste was ich dir verspreche, ist Leben. Mein Leben. Ich werde dich beschützen vor allem Bösen, vor Feind und Gefahr.“.
Der Moradin-Priester stimmte einen Gesang an der durch den Saal hallte und jede Ritze im Stein ausfüllte. Seine tiefe Bassstimme brachte den Stein zum vibrieren und die Gäste hielten sich noch fester an den Schultern. Schließlich nahm er einen großen steinernen Ring heraus und Liouba und Durgrim steckten ihre rechte Hand hindurch und hielten die andere Hand fest. Nun nahm der Priester zwei kleine Goldringe und steckte sie an den Ringfinger der linken Hand und führte beide Hände zusammen.
Dies war der Moment in dem die Gäste im Raum anfingen laut zu klatschen, zu jubeln und ihre Segenswünsche an das Paar zu richten. Tosend drangen die Worte an die Ohren des Paares und sanft küsste Durgrim seine Braut. Der Priester breitete seine Hände auf und sprach: „Sehet, diese beiden Zwerge sind nun im steinernen Bund vereinigt. So fest wie sie ihre Hände im Moment halten, sollen auch ihre Herzen vereinigt sein!“.
Und so schlossen Durgrim, Vadims Sohn, und Liouba, Grams Tochter, den steinernen Bund.