Ort: Kloster der Erdmutter
Das Problem mit Dagor ist gelöst und das mit dem Bürgermeister Lissars entscheidet sich gerade. Wenn wir den Bürgermeister erst mal hier im Kloster der Erdmutter lassen können, ist uns schon sehr geholfen! Die Klerikerinnen des Konvents beraten sich gerade darüber.
Um zum gestrigen Tag zurückzukehren: Hildegard brachte uns auf die Idee Dagor in einem nahegelegenen Kloster einer neuen Sekte unterzubringen. Diese Sekte, die einen Magie wirkenden, am Kreuz gestorbenen Wiedergänger verehrt, ist bekannt dafür sehr zurückgezogen zu leben. Sie bewegen sich nicht vor die Tore ihres Klosters und lassen auch selten Besucher hinein. Sogar Schweigegelübde sind üblich, also der perfekte Ort um den Zauberer verschwinden zu lassen. Er erklärte sich auch sehr schnell einverstanden, was mich nicht wundert, nachdem was ich ihm angetan habe.
Also luden wir ihn auf einen Eselkarren und brachten ihn dort hin. Es lief auch alles bestens, bis wir wieder vor dem Kloster standen... Sofort stiegen die Bilder eines Albtraums in meinem Geist hoch. Der Friedhof des Klosters war sichtbar und... Im Traum kämpfte ich in Raserei gegen Orks, oder zumindest dachte ich das. Am Ende blickte ich über die Leichen meiner Freunde. Genau diese Bilder drängten sich in mein Bewusstsein. Ich wäre am liebsten davon gerannt, doch war mir schon klar, dass das albern gewesen wäre. Zudem mussten wir auch Hildegard beruhigen die eine unglaubliche Wut auf dieses Kloster entwickelte. Kaum waren wir draussen, begann sie zu schimpfen und die Werte dieser Gemeinschaft verächtlich in den Dreck zu ziehen. Ich hatte fast den Eindruck, dass sie eine Hand bereits an der Schriftrolle mit dem Feuerball hatte, die wir Dagor abgenommen hatten... Doch das war bestimmt nur eine Einbildung. Hildegard würde kein Kloster mit hilflosen Mönchen abbrennen lassen!
Kaum waren wir einige Werst vom Kloster entfernt beruhigte sich die Stimmung auch wieder deutlich und wir verbrachten einen gemütlichen Nachmittag am See. Wir schwammen, aßen leckeren Fisch den Alarik ein paar Fischern abkaufte und wir lagen in der Sonne. Vor einigen Jahren hätte ich mir nie träumen lassen können, dass die Sonne so unglaublich stark sein kann!
Doch machten wir diese Rast hauptsächlich um die Zeit bis zum Abend verstreichen zu lassen. Für diesen Abend hatten wir uns die „Befragung“ des Bürgermeisters vorgenommen. Der Plan sah vor, dass ich in der Schänke die Aufmerksamkeit auf mich ziehe, während Hildegard und Alarik als Ehepaar verkleidet den Bürgermeister verfolgen und gefangen nehmen. Nun, das war meine leichteste Übung!
Nicht, dass ich nicht sowieso auffallen würde, denn Zwerge verirren sich selten in diese Gegenden. Spätestens als auch noch Narsil, ein sehr fähiger Barde, in die Gaststube trat, achtete keiner mehr auf das vermeintliche Ehepaar. Ich forderte Narsil auf einige der Lieder zu spielen, die ich auf meiner Wanderschaft kennen gelernt hatte und er willige schnell ein. Als der Barde kurz verschwand und mir seine Mandoline in die Hand drückte, gab ich mir noch alle Mühe um noch eine kurze Melodie, ein zwergisches Spottlied auf Elfen, darauf zu spielen und ein paar Töne dazu zu singen. Es ist Jahrzehnte her, seit dem ich das letzte Mal ein Instrument in der Hand hatte... Die Mädchen in den Minen sahen uns Krieger einfach zu gerne schwitzen, wenn sie uns einige kurze Tonfolgen erklärten. Ihr Lachen war dann immer zu entzückend. Sie lachten nicht wirklich aus Spott, doch amüsierte sie unsere Ungeschicklichkeit.
Als mir Alarik dann ein Zeichen gab, verabschiedete ich mich aus der Schänke und war sehr erfreut zu sehen, dass auf unserem Karren ein zusammengeschnürtes, von Mänteln bedecktes Paket lag: Der Bürgermeister.
Das Tor der Stadtmauern war für uns auch kein Hindernis und so konnten wir den Bürgermeister dann außerhalb der Stadt befragen. Das war äußerst einfach, da wir noch eine halbe Flasche Wahrheitsserum hatten. Er bestätigte allerdings nur die Informationen, die wir bereits hatten.
Da wir nicht noch einen willigen Novizen ins Christenkloster bringen konnten, entschlossen wir uns dieses Mal für das Kloster der Erdmutter, welches etwa eine halbe Tagesreise südwestlich von Lissar lag. Die Äbtissin merkte sehr schnell, dass wir nicht nur ein Bündel Kleidung auf dem Karren hatte und ließ uns unsere „Ware“ von den Novizinnen ungesehen ausladen. Ob sie den Bürgermeister nun hier behalten oder uns abweisen, das wird jetzt schon seit über einer halben Stunde besprochen. Glücklicherweise reichten sie uns vor wenigen Minuten ein Frühstück.
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