Mittwoch, 20. April 2011

7. Mai 651 (Hildegard)

Die Götter haben wahrlich in vielen Dingen ihre Hände im Spiel! Gestern erzählte uns Dagor von allen die er aus dem Zirkel kannte und nannte uns darunter den Namen des Bürgermeisters von Lissar. Und womit überraschten uns an diesem Morgen die Händler aus Lur? Sie müssten spontan mit einigen Wagen eine Ladung nach Lissar bringen! Wir sagten natürlich sofort unsere Begleitung zu, obwohl die Händler offenbar bereits Verstärkung gesammelt hatten. Ein sehr exotisch aussehender Mann namens Jamal war darunter, der durch seine seltsame Art zu reden und seine ungewöhnliche Kleidung auffiel. Er kam offensichtlich von weit her und ich hoffte interessante Reisegeschichten von ihm zu hören. Leider hatten wir gar nicht so viel Gelegenheit zum Reden, da wir viel unterwegs waren und während der Rast in Lissar versuchten wir ein wenig unter uns zu bleibe und möglichst unauffällig Nachforschungen über den Bürgermeister anzustellen. Jamal verfolgte uns dabei hartnäckig und war kaum loszuwerden. Letzten Endes kam er uns sogar zu Hilfe und stellte unsere Fragen, die aus seinem Munde deutlich weniger seltsam klangen als aus unserem. Schließlich war er offensichtlich kein Ortskundiger und Exoten wie ihm gesteht man auch manche ungewöhnliche Frage zu.
Aber seltsam war es schon, wovon er erzählte. Seine Heimat scheint ein kurioses Fleckchen Erde zu sein. Mit ungewöhnlichen Bräuchen. Aber immerhin war er mir gegenüber sehr höflich und zuvorkommend. Das ist etwas, an dass ich schon gar nicht mehr gewöhnt bin und es tat zugegebenermaßen ganz gut. Auch wenn mir manche seiner Aussagen ein wenig peinlich war. Aber solche pflegte ich wohl weißlich zu überhören. Was man von den Jungs leider nicht sagen kann.
Wir kamen aber zu dem Schluss, dass mit einer übereilten Tat niemandem gedient wäre und beschlossen später noch einmal nach Lissar zurückzukehren. Die Rückfahrt nach Ravensloft verlief wieder ruhig und wir beeilten uns zurück zu kommen und den eingesperrten Dagor mit Wasser und Brot zu versorgen. Dvalinn hatte ihn offenbar über Nacht in ein Fass gesperrt. Als wir ihn dort herausholten, beeilte ich mich erstmal die schlimmsten seiner Verletzungen zu versorgen und gab ihm genügend Wasser zu trinken. Der Arme war dermaßen mitgenommen, dass er mir schon ein wenig Leid tat. Er beteuerte ständig seine Taten zu bereuen und versprach uns alles mögliche, wenn wir ihn nur am Leben ließen. Dvalinn muss ihn wohl gehörig verängstigt haben gestern. Wir taten uns nur ein wenig schwer ihm Glauben zu schenken. Aus diesem Grund verständigten wir uns darauf, dass ich losziehen und das Haus des Alchemisten suchen solle um bei ihm ein Veritasserum zu besorgen. Ich erfand eine kleine Geschichte die ich dem Alchemisten vortrug um zu erklären, warum ich ihn zu dieser späten Stunde aufsuchen müsse um bei ihm einen Wahrheitstrank zu kaufen. Danach lief ich schnellstmöglich zurück zum Haus des Gerbers, wo wir Dagor den Trank einflößten. Er muss widerlich schmecken! Aber funktioniert hat er ganz wunderbar. Da die Aussagen Dagors grundsätzlich der Wahrheit zu entsprechen schienen, beschlossen wir ihn auf andere Weise zur Seite zu schaffen als den Gerber. Alarik und ich überstimmten Dvalinn und wir fassten den Plan den Magier im nahegelegenen christlichen Kloster abzuliefern, wo er sehr zurückgezogen als Teil dieser neuen kleinen Sekte leben wird und wohl keine Gefahr mehr für irgendjemanden darstellt. Und mit seinem Interesse an Büchern wird der schrullige Magier wohl recht gut in die seltsame Klostergemeinde passen die das zurückgezogenste ist, was wir in der ganzen Gegend finden könnten. Morgen bringen wir ihn hin. Ich bin schon gespannt, bin selbst noch nie beim Kloster gewesen und habe bisher lediglich davon gehört. Also hoffen wir mal, dass die Beschreibungen korrekt sind und wir den Weg morgen auch gut finden werden Ich lege mich jetzt schlafen, gute Nacht!

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