Liebes Tagebuch,
in den letzten Tagen ist so viel passiert, ich weiß gar nicht wo ich beginnen soll!
Mittlerweile sind wir wieder in Lur. Und mit wir meine ich Dvalinn den Zwerg, Alarik - den haben wir unterwegs im Wald aufgelesen, oder er uns, wie auch immer man das sehen möchte- und mich. Wie du siehst hat sich einiges getan!
Jedenfalls haben wir die Wölfe erledigt und sind einigen komischen Machenschaften auf die Spur gekommen! Und dann waren da noch Räuber und... ich fange wohl am besten von vorne an und erzähle der Reihe nach, denke ich.
Es begann damit, dass wir - Dvalinn und ich - uns auf die Suche nach den Wölfen machten. Zuvor hatten wir uns Fallen vom Fallensteller ausgeborgt und erklären lassen.
Dvalinn war so nett sie mir später auch zu tragen.
Jedenfalls sind wir dann immer der Nase nach Richtung Wald gelaufen, weil Dvalinn sehr zielstrebig und sicher eben jene Richtung verfolgte. Und nach der Sache mit dem Wolfsangriff wollte ich ihm nicht schon wieder das Gefühl der Selbstsicherheit nehmen und ließ ihn gewähren. Im Endeffekt wusste ich es ja auch nicht besser. Nach einer langen Zeit der ereignislosen Suche kamen mir allerdings erste Zweifel, ob das wirklich der richtige Weg und die richtige Methode war um Wölfe aufzustöbern... schließlich ist der Wald groß und wir können nicht immer nur der Nase nach durch den Wald laufen und hoffen, dass uns unterwegs ein Wolf begegnet oder etwas, dass so aussieht wie ein Fuchsbau nur größer.
Dvalinn schien wenig verunsichert, aber ich war es. So hatte ich mir die Suche nicht vorgestellt. Auf meine Zweifel reagierte er allerdings nicht mit großer Einsicht.
Glücklicherweise trafen wir im Wald auf einen komischen Kauz, der seine Zeit scheinbar auf Bäumen sitzend damit verbringt Leute zu beobachten. Er interessierte sich sehr für unser Problem und schien teils belustigt, teils besorgt von unseren Schilderungen. Die Wölfe schienen auch ihm Sorgen zu bereiten. Doch unsere Methode mit der wir die Wölfe zu finden beabsichtigten schien ihn nicht gerade zu überzeugen.... Er riet uns es mal an der Stelle zu versuchen an der wir zuletzt auf die Wölfe getroffen waren und machte es sich belustigt wieder auf seinem Baum bequem. Allerdings sahen wir ihn da nicht zum letzten mal. Aber erstmal alles der Reihenfolge nach....
Dvalinn und ich gingen also zurück zur Stelle des letzten Angriffs, wo wir der Blutspur eines von uns verletzten Wolfes bis zu seinem Kadaver folgen konnten. Ganz so dumm war die Idee Alariks nicht, das muss ich zugeben. Allerdings hat er im Gegensatz zu uns wohl auch …. tja, sagen wir mal er hat einfach eine sehr spezialisierte Ausbildung genossen die sich voll und Ganz um den Wald und seine Bewohner dreht. Laut dem was er auf dem Rückweg nach Lur erzählte, muss er auch sein ganzes Leben dort im Wald verbracht haben. Oder zumindest einen Großteil. Ich kann mir das so gar nicht recht vorstellen, aber er wirkte nicht als würde er scherzen. Na mal schauen, was sich da noch so findet.
Aber ich war noch bei den Wölfen! Wir gingen also der Spur nach bis diese plötzlich beim Kadaver endete, als ich ein Geräusch hinter uns vernahm. Ich drehte mich um und sah einen ziemlich überrascht dreinblickenden Alarik, der uns offensichtlich verfolgt hatte. Wie zu erwarten war es ihm wohl doch irgendwann zu langweilig geworden da oben auf seinem Baum. Und zwei wie wir, die da zugegebenermaßen völlig planlos durch den Wald irrten, waren wohl eine willkommene Abwechslung für ihn. Kann es ihm nicht verübeln...
Jedenfalls schien der Zwerg nicht begeistert über den zusätzlichen Verfolger, als er ihn bemerkte. Selbst mit mir tut er sich noch schwer.
Allerdings konnte ich sowohl ihn, als auch Alarik von der Notwendigkeit eines erfahrenen Spurenlesers bei dieser Aktion überzeugen. Und das ganze kostete uns lediglich die Felle der Wölfe, mit denen ich, mit Verlaub, sowieso nichts hätte anfangen können.
Wir zogen also zu dritt weiter und nahmen die Verfolgung auf. Wir kamen zu einer Lichtung mit Wildwechsel und entschieden dort unser Basislager einzurichten. Wir stellten am nächsten Morgen die Fallen gut getarnt am Kadaver eines gerissenen Wildtieres auf und hofften, die Wölfe könnten hereintappen, falls sie nochmal zurückkämen. In der Zwischenzeit hub Dvalinn einen Graben aus, der direkt vor einer von uns errichteten Palisade entstand. Leider sah ein tiefer und weiter Graben in Zwergendimensionen nicht so beeindruckend aus, wie ich erhofft hatte. Die Wölfe fanden ihn offensichtlich auch lächerlich, denn sie setzten später mit Leichtigkeit darüber. Aber das habe ich von Anfang an befürchtet. Doch Dvalinn nahm meine Warnung nicht ernst und schien ganz zufrieden mit seinem Werk. Genauso wie die Jungs ihre sorglos zusammengeschusterte Palisade wohl beeindruckend fanden... Nunja, wollen wir ihnen dafür mal andere Qualitäten unterstellen.
Jedenfalls setzten die Wölfe später wie gesagt einfach über den Graben und die Palisade und wir fanden uns einem Rudel geifernder Wolfshunde gegenüber. Minus die beiden in den Fallen gefangenen immernoch eine ganze Menge. Und als die letzten sich auch noch befreiten....
Sagen wir es so, als ich am nächsten Morgen erwachte lag ich bewacht von Dvalinn unter meinem Mantel am Boden, Alarik nicht weit von mir bewusstlos und auch der Zwerg deutlich angeschlagen, direkt gegenüber den Resten der erledigten Wölfe. Wir haben uns tapfer geschlagen, doch irgendwann ging wohl auch ich zu Boden. Dvalinn erledigte wohl den Rest. Ich wusste, dass er im Grunde ein ganz netter Kerl ist!
Glücklicherweise war ich im Stande uns soweit zusammenzuschustern, dass wir gemeinsam den Weg zu Lodovics Hütte zurücklegen konnten, um unseren verdienten Lohn einzutreiben. Dvalinn machte entsprechend Druck. Er hatte es ebenso eilig danach wieder nach Lur zurückzukehren, dass er eilig vorausstapfte und uns zurückließ. Dadurch verpasste er das kleine Detail, dass mir in Lodovics Hütte auffiel und zwar hatte dieser offensichtlich bis vor kurzem eine Hündin besessen! Die Tatsache, dass Lodovic deren verbleib nur sehr unzureichend erklären konnte, ließ uns böses ahnen. Doch wir beeilten uns zum Glück für Dvalinn ihm nach Lur nachzufolgen. Alarik machte zu meiner Verwunderung keine Anstalten sich wieder in seinen Wald zurückzuziehen, sondern wollte mich lieber nach Lur begleiten.
Jedenfalls folgten wir dem gleichen Weg wie Dvalinn und kamen gerade noch rechtzeitig um schlimmeres zu verhindern! Offenbar haben ihn unterwegs zwei Räuber aufgegriffen und ich konnte mich für den vorigen Abend revanchieren, indem ich den Räuber niederstreckte, der kurz zuvor Dvalinn zu Boden geschickt hatte. Ich sammelte Dvalinn wieder auf und sorgte dafür, dass er den Weg nach Lur selbstständig würde antreten können. Er zeigte zwar keine offene Begeisterung, aber ich denke er war dann doch ganz froh uns beide wiederzusehen.
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