Ort: Zwischen Ravensloft und Carnfurt
Ich hoffe, ich kann die Ereignisse der letzten Tage noch halbwegs ordnen und zusammenfassen. Es ist unglaublich viel passiert und ich bin sehr froh diese Stadt endlich wieder verlassen zu dürfen.
Am 09. Mai haben wir den Bürgermeister schließlich erfolgreich im Kloster der Erdmutter abgeben können. Sie waren zwar etwas skeptisch, aber entschieden sich dann doch dafür uns zu helfen. Am frühen Abend erreichten wir dann wieder Ravensloft und Alarik konnte den Eselkarren wieder abgeben. Probleme, dass wir den Karren einen Tag länger benutzt hatten als vereinbart, konnten mit einigen Münzen schnell aus der Welt geschafft werden.
Beim Abendessen im Kontor hörten wir dann Gerüchte über die morgige Ankunft des Missus. Dies kam uns natürlich sehr gelegen. So konnten wir sicher gehen, dass den Schwarzmagiern ein Prozess gemacht wird.
Mit diesen Informationen im Hinterkopf genossen wir den Abend im Vergnügungsviertel. An diesem Abend gelang es mir auch den Händler ausfindig zu machen, von dem Gunnar das Kurunt kaufen wollte. Ich hatte schon Befürchtungen mit leeren Händen wiederkehren zu müssen... Doch die Schwarzmagier waren dann doch weitaus wichtiger als ein Handel.
Der Händler, _____ ist sein Name, nötigte mich zu einigen Runden Würfelspiel und wir vereinbarten einen Termin gegen Mittag, Nachmittag in seinem Geschäftszimmer.
Nun, da das geklärt war, huldigte ich dem Gott Hanseath und... ja. Sagen wir mal so: Ich machte neue Erfahrungen. Mein Onkel Uldred erzählte mir einmal von seinen Reisen, dass sich menschliche Frauen gänzlich anders anfühlen würden als Zwerginnen. Nun, das kann ich so nicht bestätigen...
Wie auch immer: Am nächsten Tag war der Missus tatsächlich auf dem Marktplatz zu finden und Hildegard berichtete ihm von ihren Entdeckungen im Bordell. Sie verpackte das ganze sehr geschickt als Auftrag der Mutter Ilonas, so dass erst gar keine unangenehmen Fragen aufkamen. Der Missus schenkte uns auch Glauben und wir liefen zusammen mit einer Gruppe Ritter zu dieser „Begegnungsstätte“ wie sich Hildegards auszudrücken pflegte. Die Ritter waren entsetzt und waren entschlossen die Mädchen da raus zu holen. Gerade als einer der Ritter dabei war sie mit unseren Mänteln notdürftig zu bedecken wurden wir vor diesem Etablissement von der Stadtwache überrascht. Nicht etwa um uns zu helfen, sondern um zu verhindern dass ihre eigenen Köpfe rollen. Die Truppe der Stadtwache verdiente wohl an jedem Kunden mit! Wenn nicht einmal die eigene Wache in der Stadt für Ordnung sorgen kann und es nicht einmal will, dann läuft gehörig etwas schief! Wir stellten uns den käuflichen Bastarden in den Weg und ein Kampf entbrannte. Mit der Ritterschaft an unserer Seite haben wir sie niedergerungen!
Der Missus war empört über diese Ereignisse und setzte erstmal seine eigenen Männer ein.
Nachdem wir so das Vertrauen des Missus gewonnen hatten, berichtete Hildegard nun auch von dem Schwarzmagierzirkel. Alarik und ich, wir beschränkten uns darauf hinter ihr zu stehen und bekräftigend zu nicken. Der Missus glaubte uns und ließ den Bürgermeister aus dem Kloster holen und die anderen Dunkelmagier festnehmen. Wir wurden dann freundlich, aber bestimmt, gebeten alle Ergebnisse noch einmal zu Protokoll zu geben, was wir dann auch taten.
Hildegard wurde dann auch noch mit einem Spezialauftrag zum Marktplatz geschickt: Kleider für die Prostituierten kaufen.
Zum Glück war ich noch rechtzeitig für das Geschäft bei ______. Er freute sich sehr von Gunnar zu hören und zeigte mir sofort seine Ware. Reines Kurunt! Nur selten haben wir in Vaters Schmiede damit gearbeitet und solche Mengen bekam ich noch nie zu Gesicht! Ich konnte für Gunnar einen ziemlich guten Preis aushandeln und für die hundert Goldstücke gut anderthalb Pfund Kurunt kaufen! Gunnar wird sehr erfreut sein!
Nun blieb uns eigentlich in dieser Stadt nichts weiter zu erledigen. Alles hatte sich zu unseren Gunsten geklärt.
Ich bat Hildegard nach dem Abendessen um einen Gefallen: Ich bat sie ihre Karten nach meinen Träumen zu befragen. So gering ich Träume auch achte, so verstörend sind sie dennoch. Schon seit Tagen wiederholt sich der Traum mit dem Schlachtfeld immer und immer wieder. Laut Hildegard gehen diese Träume auf mein schlechtes Gewissen zurück.
Mh, vermutlich hat sie damit recht. Ich frage mich tatsächlich des öfteren, ob es wirklich gerechtfertigt war den Gerber und Dagor zu foltern. Wir haben zwar erreicht was wir wollten und Schwarzmagier sind sowieso rechtlos, aber bin ich wirklich befugt das zu entscheiden?
Danach legte Hildegard noch einmal die Karten und war von dem Ergebnis sichtlich erschüttert: Sie hat das Weltenende gesehen! Ihre Prophezeiungen waren bis zu dem Zeitpunkt immer zutreffend, weshalb ich erst mal sehr erschrocken war, doch es kann einfach nicht sein. Erst wenn Ladguer und Moradin ihre Hämmer kreuzen und aus den Funken schreckliche Feuerkreaturen entstehen, welche das ewige Eis schmelzen und die Berge verbrennen, erst dann wird die Welt enden! So sagen es zumindest die Alten und Weisen...
Doch Hildegard glaubte fest an ihre Karten und so war sie am Abend in der Schänke immer noch sichtlich verstört. Der Hauptmann wollte sie wohl aufmuntern. Vermutlich hat er das sogar getan...
Der Abend fing eigentlich sehr harmlos an: Wir saßen in der Gaststube als die Ritter, mit denen wir gegen die Stadtwache gekämpft hatten, eintraten. Sie luden auf den ein oder anderen Met ein und ich unterhielt mich mit einem der Ritter über die Waffenschmiedekunst. Der Abend wurde langsam alt und irgendwann war Hildegard verschwunden. Der Hauptmann ebenfalls. Es kann doch nicht sein, dass dieser Mann Hildegard verführt? Alles ist so verschwommen in meiner Erinnerung. Auf jeden Fall tauchte Hildegard erst am Vormittag wieder im Kontor auf. Sie schämte sich sichtlich, für was ist mir allerdings noch unklar. Für ihren Fehler mit den Karten oder für die Nacht mit dem Hauptmann? Nun, mich geht es vermutlich nichts an.
Von Thais bekamen wir dann noch Geschenke, da auch sie sich sehr über den Tod von Jonas freute. Hildegard schenkte sie ein paar Bänder und Düfte. Frauendinge halt. Ich bekam von Thais eine Schriftrolle mit Zwergensagas. Eine wirklich nette Geste von ihr! Vielleicht habe ich sie vorschnell verurteilt? Ich habe ihr dann noch kurz einige Zwergenrunen übersetzt, die am Rande eines ihrer Bücher notiert waren.
Danach stand eine Runde über den Marktplatz auf dem Programm. Erst standen wir vor einem Stand mit Kleidern und Hildegard bat uns um unsere Meinung. Auch wenn unsere Hildegard sonst immer in Rüstung und bewaffnet gegen Gegner kämpft, so steckt unter all dem immer noch eine Frau... Man vergisst es nur zu leicht, wenn man länger mit ihr unterwegs ist. Obwohl, wenn man ihre mütterlichen Züge bedenkt...
Dann waren wir noch beim Kristallhändler. Ich hatte wirklich lange überlegt, ob ich etwas für Svea kaufe und wenn ja, was. Svea... Jede Nacht, kurz bevor ich einschlafe, sehe ich ihr Gesicht. Es mag jetzt sehr nach einer alten Saga klingen, aber ich glaube, dass sie das Mädchen ist, für das ich jeden Kampf auf mich nehmen würde. Wie Durgrim für Liouba einen Yeti erschlagen hat, so würde ich das für Svea tun... Ach was, Yeti! Für sie würde ich gegen alles in die Schlacht ziehen. Ich habe in meinem Leben nun schon viele Zwerginnen kennen gelernt, mit mancher habe ich das Bett geteilt, mit sehr wenigen auch über mehrere Nächte, Tage, Wochen, Jahre... doch mit keiner konnte ich mir ein Leben vorstellen. Was ich mit diesen Zwerginnen geteilt habe war schön, aber es war nichts von Dauer. Seit ich Svea kenne, denke ich oft zurück an die großen Hochzeitsfeste meiner älteren Geschwister. Als Durin und Sigurd geheiratet haben war ich ja kaum mehr als ein Kiesel... Manchmal habe ich mich gefragt, ob ich überhaupt für den steinernen Bund geschaffen bin. Jetzt glaube ich die Antwort zu wissen.
Ich habe überhaupt nicht darüber nachgedacht, als ich den Ring plötzlich in meiner Hand hatte. Ein goldener Ring mit einem orangefarbenen Citrin. Sollte ich diesen Schritt wirklich wagen? Ich bin mir immer noch nicht sicher, aber den Ring habe ich gekauft. Obwohl, bin ich mir wirklich unsicher?
Doch darüber kann ich ja nachdenken, wenn ich sie bald wiedersehe.
Am Abend sind wir wieder in die Gaststube und haben getrunken. Vermute ich zumindest. Ich erinnre mich noch an einen Elfenritter mit dem wir uns ein Wetttrinken geliefert haben. Alarik und ich gegen Elaril und Hildegard. Alarik ist schon früh ausgeschieden, das Duell mit Elaril ging über einige Runden. Irgendwas kann da nicht mit rechten Dingen zugegangen sein! Dieser verdammte Elf hat gewonnen! Das kann so nicht sein!
In meinem Traum durchlebte ich diese Situation noch einmal und sah auf einmal ein kleines Amulett um Elarils Hals. Mir war sofort bewusst, dass dieses Ding irgendwie Schuld ist. Das musste ich nachprüfen und so bat ich Hildegard dieses Schmuckstück auf Magie zu untersuchen: Ich hatte Recht! Das Teil ist magisch!
Von den Rittern haben wir dann auch erfahren, dass die Schwarzmagier sich nicht dem Urteil des Missus unterwerfen wollten sondern den Prozess einer höheren Instanz forderten. Dies ist zwar ihr gutes Recht, doch im Endeffekt kaufen sie so nur Zeit. Ihr Todesurteil ist längst gesprochen. Für uns bedeutet das, dass wir den größten Teil der Strecke bis Lur mit den Rittern zurücklegen werden.
Das versprach eine ruhige Reise zu werden und bis jetzt lässt sich nichts anderes vermuten. Für die heutige Nacht haben wir unser Lager einige Werst vor Carnfurt eingerichtet und durch die vielen Ritter müssen wir nicht einmal Nachtwache halten. Sehr angenehm. Inzwischen haben sich alle, bis auf die Wachen natürlich, in ihre Mäntel gehüllt und ein leises Schnarchen mischt sich unter die Geräusche der Nacht.
Der Händler, _______ (Sventibold) ...
AntwortenLöschen*löst mal den Lückentext*
übrigens zu schön, was der Zwerg da alles schreibt, besonders beim letzten, wo er so betrunken ist.