Ort: Goldener Hahn in Lur
Sieht so aus, als würden wir morgen mal wieder Räuber jagen gehen!
Kaum tritt man aus dem Stadtgebiet Lurs heraus, schon muss man sich irgendwelche Banditen vom Leibe halten!
Gestern sind wir ja aufgebrochen um eine mysteriöse Leiche einer seltsamen Frau zu finden, die irgendwann mal irgendwo ermordet wurde. Interessanterweise haben wir tatsächlich eine Leiche gefunden. Zwar nicht die der Frau, aber Hildegard dürfte jetzt trotzdem ein Weilchen zufrieden sein.
Bevor wir losgegangen sind, hab ich erst mal Gunnar sein Kurunt vorbei gebracht. Er war sichtlich mit der Menge zufrieden, aber das wundert mich auch nicht: ich hab einen ziemlich guten Preis rausgehandelt. Dann hat mich gebeten mal zum Abendessen vorbei zu kommen und ich hatte fast das Gefühl hinter der Aufforderung steckt noch irgendwas anderes...
Erst sind wir einige Stunden durch Wege, Felder und Wälder gelaufen und ich weiß nicht inwieweit Hildegard selbst wusste, wo wir hinmüssen...
Die beiden Menschen sahen dann an einem Felsvorsprung einige Raben und schloßen daraus auf etwas interessantes, also sind wir den Hügel hochgestiegen. Unter einem Felsvorsprung fanden wir dann tatsächlich einen halb verwesten Körper, dessen Ausrüstung das Wappen Ragnarons zeigte. Dummerweise wurden wir bei dieser Aktion von kräftigem Mairegen überrascht und wurden komplett durchnässt. So saßen wir dann erst mal: Mitten im Nirgendwo, auf einem Fels, nass und neben einer Skelett. Meine Alternative wäre ein Abendessen bei Gunnars Familie gewesen... Aber alleine lassen möchte ich die Menschen auch nicht. Warum hat sich ja dann wieder gezeigt.
Als der Regen aufhörte, schaufelte ich dem Mann ein Grab, während die beiden das Umland untersuchten und dabei auf eine Pferdeleiche stießen. Was der Mann allerdings mitgenommen hatte, war mehr als seltsam: silberne Kerzenleuchter, einen Kelch, Edelsteine und wenige Saschen von dem Pferd entfernt fand ich auch noch eine wirklich schön gearbeitete Goldbrosche! Was wollte der Mann mit diesen Dingen? Hatte ich gerade ein Grab für einen Dieb gegraben?
Leider war es dann auch zu spät um nach Lur zurückzukehren, also schliefen wir unter dem Felsvorsprung. Es war eine verdammt kalte Nacht und nie habe ich mich mehr über meinen Yetifell-Umhang gefreut... Das tote Pferd hat sich auch in meine Träume geschlichen: Ich träumte, dass ich auf einem Skelettpferd reitend zu einer Mine komme, wo mich Dunkelheit empfängt. Der Teil mit dem Pferd war ja durchaus interessant, aber Dunkelheit? Hände die mich aus der Dunkelheit berühren, nein! Darauf kann ich verzichten!
Unsere Klerikerin musste natürlich auch noch alles mögliche in diese Träume hinein interpretieren. Unsinn! Träume sind gegenstandslos. Man kann sie nicht anfassen, sie bedeuten nichts!
Am morgen sind wir dann wieder nach Lur aufgebrochen und hörten ein verräterisches Rascheln im Unterholz. Wir taten erst so, als hätten wir nichts bemerkt, doch konnten wir einer Konfrontation eh nicht aus dem Wege gehen. Ich erhob die Axt und lief auf den Busch zu, als wir von weiteren Räubern dazu aufgefordert wurden unsere Waffen fallen zu lassen und unsere Wertsachen auszuhändigen. Wir waren umzingelt. Zwei Räuber im Rücken und eine feige Sau mit Bogen.
Wir und uns ergeben, hach! Wohl kaum! Nach einigen kurzen Blicken zu Alarik stürzte ich mich mit einem Kampfschrei auf den Wegelagerer vor uns und zerteilte ihn mit einem Hieb in zwei Teile. Wörtlich genommen! Ich traf in an der linken Schulter und meine Axt glitt durch bis zu seiner rechten Hüfte. Sein Schrei hörte erst auf, als die beiden Teile auseinanderfielen. In der Zwischenzeit nahm sich Alarik den Bogenschützen vor und Hildegard hielt uns den Rücken frei. Das Mädchen hat sich richtig tapfer geschlagen! Ich kam ihr dann schnellstmöglich zur Hilfe und schon nach kurzer Zeit stand von den Halunken keiner mehr! Einen nahmen wir allerdings lebendig mit, da er uns von einem Lager in der Nähe erzählte wo noch mehr Räuber die morgige Nacht verbringen wollen. Und eine Gelegenheit Gerechtigkeit über ein ganzes Nest dieser Wegelagerer zu bringen, die lassen wir uns mit Sicherheit nicht entgehen!
Als wir in der Stadt ankamen und Aigolf den überlebenden Räuber aushändigten, war der ganze Marktplatz voll von Männern die mit zur Jagd kommen wollten! Wen wunderts? Lur als Handelsstadt ist besonders darauf angewiesen, dass die Händler die Stadt auch erreichen! Aigolf übernahm die Organisation und sorgte dafür, dass der Räuber seine Strafe bekam.
Doch nicht nur die Menschen in Lur waren an unserem Fund interessiert, auch Gunnar, Durin und Svea standen schließlich auf dem Marktplatz. Besonders Durin machte dieses Abenteuer Appetit und er überredete Gunnar dazu ihn mitgehen zu lassen. Gunnar willigte auch ein, als er hörte, dass ich stets ein Auge auf ihn werfen wolle und dass die Gefahr sehr überschaubar sei. Ich kann nicht behaupten, dass es sich mit der Verantwortung für einen unerfahrenen Kurzbart besser kämpft, aber mal auf dem Schlachtfeld zu stehen hat noch keinem Zwergenmann geschadet.
Bevor ich dem Kleinen ein paar Hilfestellungen im Umgang mit dem Kurzschwert gegeben habe, gab es im goldenen Hahn Apfelkuchen zur Feier des Tages! Also manches was die Menschen so kochen oder backen ist wirklich lecker! Svea und Durin waren ziemlich skeptisch aber dann doch recht angetan davon.
Bei den Waffenübungen schlug sich Durin eigentlich ganz gut, doch merkt man seinen Bewegungen deutlich an, dass er keine militärische Ausbildung erhalten hat. Was ich bisher von ihm erfahren hab, ist dies in Khazad Mirr nicht üblich. Ich ließ ihn dann vor allem gegen Alarik antreten und korrigierte seine Defensivhaltung. Vermutlich wird der Kurzbart nicht viel gegen die Banditen ausrichten können, aber ernsthaft verletzen werden die ihn auch nicht.
Irgendwie haben mich diese Übungen an Khazad Sosnojask erinnert... Es ist doch schon einige Jahrzehnte her, als ich lernte die Axt zu schwingen und den Schild zu halten. Doch die Unterschiede sind gewaltig: statt in kalten Höhlen standen wir unter der Abendsonne und anstelle der erfahrenen Krieger, die über unsere Mißgeschicke spöttisch lachten, war das Publikum heute sehr viel beeindruckter. Neben einigen Dorfbewohnern und natürlich Hildegard, beobachteten uns auch Gunnar und Svea. Gunnar war sichtlich von meiner Kampferfahrung beeindruckt und Svea schrie bei jedem Hieb, ob Axt oder Schwer, leise auf. Egal ob dieser Hieb nun den Schild ihres Bruders oder den meinigen getroffen hatte...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen