Sonntag, 29. Mai 2011

24. Mai 651 (Dvalinns Tagebuch)

Ort: Ferntunnel nach Khazad Mirr

Gunnar wird mich umbringen, vermutlich zu Recht, aber das war es mir wert! Schon seit gestern überlegte ich mir Mittel und Wege um kurz mit Svea allein zu sein. Ich hatte darüber nachgedacht ihr ein Zettel zuzustecken oder sie vor der Abreise kurz von ihrem Vater und ihrem Bruder zu trennen. Aber das wäre aussichtslos gewesen, wahrscheinlich hätte Gunnar einfach Durin mitgeschickt... Aber verdammt, ich ziehe hier in einen Kampf mit ungewissem Ausgang. Ich habe mir wenigstens einen Kuss verdient!
Dieser Kuss hat mich mehr Mut gekostet als Kämpfe gegen irgendwelche Räuber, Wölfe oder Yetis. Es war nicht Gunnars Reaktion die mir Angst machte, sondern Sveas. Was wäre wenn sie diesen Kuss verweigert hätte? Dann hätte ich die Frage geklärt, ob Svea mich liebt oder nicht... Aber dann zu diesem Ort zurückkehren, niemals! Dann würde ich lieber im Kampfe sterben. Wenn ich das nicht sowieso werde. Aber sie hat ihn erwidert. Ihre Lippen haben ganz leicht nach Pilzen geschmeckt, vermutlich hatte sie erst wenige Minuten vorher die Pasteten abgeschmeckt und gefüllt. Diese Pasteten haben wir dann mittags gegessen. Hildegard hatte wohl keinen Hunger und Alarik, nun, der versteht einfach nichts von zwergischer Küche, so dass ich ihre Portionen auch noch bekommen habe.
Die Reise verlief sonst ziemlich ruhig. Alarik und Hildegard kabbelten sich mal wieder wegen irgendetwas und die Vettern ignorierten mich. Insbesondere Turin, der älteste der Vettern, hat mich ziemlich kritisch angesehen, vermutlich machte er sich selbst Hoffnungen auf Svea...
Am späten Nachmittag erreichten wir bereits den Ferntunnel und da begannen die Probleme: Alarik kommt mit unterirdischen Umgebungen überhaupt nicht klar. Er hat Angst. Da ich das bereits wusste, wollte ich ihm noch eine Nacht im Freien gönnen, doch die Vettern weigerten sich und machten sich über seine Angst lustig. Ich kann Alarik im Prinzip verstehen, auch ich habe mich bei den ersten Nächten unter freiem Himmel nicht wohl gefühlt, doch die Heftigkeit seiner Reaktion überraschte mich etwas. Hildegard konnte ihn zum Glück mit ihrer mütterlichen Art beruhigen und zum weitergehen bewegen. Die Alternative, den Vorsprung der Vettern am Morgen wieder einzuholen, erwies sich schnell als unmöglich. Unsere Klerikerin muss schließlich jeden Morgen das Gespräch mit ihrer Göttin suchen und dafür müssten wir noch einmal pausieren...
Ich hoffe die Fackeln der beiden Menschen reichen über unsere Mission, sonst gnade den beiden Moradin.

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