Liebes Tagebuch, wir sind zurückgekehrt von unserer erfolgreichen Mission die ganze Räuberbande zu zerschlagen. Wie befürchtet hat es uns nicht viel eingebracht, außer dem Ruf wahre Räuberschrecken und Wohltäter Lurs zu sein. Und einige Blessuren. Mal sehen was von beiden uns länger begleitet. Die Männer sind noch unten und prosten sich gegenseitig zu, um unseren Sieg zu feiern und ihren Mut zu Preisen. Dabei erhält das ganze Geschehen wie so oft eine etwas glorreichere Ausschmückung, pro Bier ein Räuber mehr, oder so etwas in der Art...
Tatsächlich schlugen wir uns weit weniger Heldenhaft, auch wenn es den Männern durchaus nicht an Mut mangelte. Doch ich habe schon bessere Kämpfe gesehen liebes Tagebuch, das kannst du mir glauben. Die Verletzungen die wir davongetragen haben, bestätigen das leider nur.
Dabei muss ich aber erwähnen, dass Durin sich weit besser geschlagen hat als erwartet! Für einen Zwerg ist er ausgesprochen talentiert darin sich trotz schwerer Rüstung leise an den Gegner heranzuschleichen. Man sah ihn weder, noch hörte man ihn, als die Aufforderung zum Anschleichen und Verstecken an die Männer rausging. So ungefähr jeder außer Dvalinn machte seine Sache gut. Dvalinn sollten wir vielleicht in einer ruhigen Minute nochmal erklären, dass einfach stehenbleiben ihn nicht sofort als Felsbrocken tarnt und dass Anschleichen so etwas wie leise sein bedeutet. Zum Glück hatten wir vorher abgesprochen, dass ich alleine bis auf kurze Reichweite an das Lager herangehen würde um auszukundschaften, mit wie vielen Räubern wir zu rechnen haben. Die Männer waren ganz erleichtert als sie hörten, dass wir nicht mit einer unbezwingbaren Anzahl an Gegnern rechnen mussten. Ich bin nur froh, dass keiner fragte wie genau ich die Anzahl unserer Gegner aus der Entfernung abschätzen kann. Ich nehme nicht an, dass sie besonders angetan wären wenn sie wüssten, dass ich die Möglichkeit habe immerhin oberflächliche Gedanken zu lesen.
Wir beschlossen die Position des Lagers direkt vor einer hohen Felswand für uns auszunutzen und die Räuber von den zum Wald hin offenen Seiten einzukreisen, damit sie uns nicht mehr entkommen konnten mit der Felswand im Rücken. Wir rückten also von mehreren Seiten heran, die Schützen starteten den Angriff, in dem wir die Räuber unter Beschuss nahmen und läuteten damit eine allgemein langwierige und nicht so erfreuliche Schlacht ein, an deren Ende wir aber die Oberhand behielten. Die Jungs durchsuchten die Gefallenen, während ich unsere Männer heilte so gut ich konnte und einen versteckten Eingang im Felsen fand, der zu einem Lagerraum führte. Leider lagerten sie dort hauptsächlich Nahrung und Decken, eine vielversprechende Truhe barg zumindest zwei Heiltränke. Einen, nachdem der Zwerg die Truhe auf seine Art geöffnet hatte.
Danach unternahmen wir nur noch einen strammen Marsch zurück nach Lur, wo wir erst nach Anbruch der Dunkelheit ankamen und wo wir wie gesagt erstmal in der Taverne auf unseren Sieg trinken mussten. Ich hoffe wir können jetzt endlich nach Thorndorf aufbrechen, wo wichtigere Arbeit auf uns wartet. Ich möchte zu gerne endlich einige Nachschlagewerke zu magischen Gegenständen befragen und mich nochmal in die Geschichte der Fürstentümer einlesen, vielleicht finden sich dort nähere Hinweise, die uns weiterhelfen. Und mit etwas Glück sogar ein Bild der verstorbenen Fürstin Ravija, das könnte mir die Suche nach dem Ursprung und dem Zweck dieser Träume deutlich erleichtern. Und vielleicht finde ich sogar heraus wie ich den Zauber erkennen kann, der auf dem Ring liegt. Ich habe viel vor und freue mich schon auf die Bibliothek! Ich hoffe nur, dass ich mir nicht zu viel davon verspreche.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen