Ort: Goldener Hahn in Lur
Gerade, die Nacht neigt sich schon wieder dem Ende zu, sind wir in Lur angekommen.
Anders als auf der Hinreise nach Thorndorf haben wir auf der Rückreise nicht mehr in Galimswerth übernachtet sondern sind ein paar Stunden nach der Dämmerung bis nach Lur gelaufen. Die Nachtruhe haben wir uns jetzt dann wirklich verdient.
Doch möchte ich noch kurz die Reise zusammenfassen:
Wir sind am 18. Mai nach Galimswerth aufgebrochen und haben im dortigen Gasthaus Betten im Schlafsaal gemietet. Während des Abendessens trafen wir dann auf den Barden Narsil. Welch eine angenehme Überraschung! Er uns den Abend mit Speis und Tank wirklich versüßt. Dadurch dass er die ganze Gaststube unterhalten hat, bekam er soviel spendiert, dass auch für uns genug übrig blieb. Er hat dann auch noch das ein oder andere Lied gespielt, welches ich noch gar nicht kannte. Man muss den Menschen wirklich lassen: Sie haben unglaublich viele Lieder in denen es um Alkohol geht! Zwar gibt es auch bei uns das ein oder andere Trinklied zu Ehren Hanseaths, aber die meisten Lieder drehen sich um sagenhafte Helden und sind oft ziemlich ernst.
Meine Erinnerung an diese Nacht ist ziemlich verschwommen und setzt irgendwann ganz aus... Hildegard behauptete am nächsten Morgen, dass ich mich auf einen der Tische gestellt habe und mich ausgezogen habe. Das kann ich mir gar nicht vorstellen, warum sollte ich das getan haben!?
Am Nachmittag erreichten wir schließlich Thorndorf und fragten uns zu der Bibliothek durch. Dort wurden wir von Wilhelm Theophil Paulus von Thorndorf, Scholasticus und Bibliothekar a.D. sehr freundlich empfangen. Und als wir dann auch noch den Namen Thais erwähnten bat er uns schnell herein und stellte uns seine Bibliothek zur Verfügung. Eine sehr beeindruckende! Viele Menschen achten das geschriebene Wort ja nur gering, aber es gibt auch immer wieder lobenswerte Ausnahmen.
Insbesondere zum Thema Geschichte fanden sich dutzende Regalmeter! Seine Auswahl an Büchern zu zwergischen Sagen und Minen war natürlich geringer, doch er gab sich viel Mühe mit einige Werke über Khazad Mirr und die Larni-Saga herauszusuchen. Es war sehr faszinierend wie viele Bücher der kleine hutzelige Mann zu uns geschleppt hat.
Sogar einen Aufsatz über das Wort Dunkelheit in der Larni-Saga war in seinem Besitz!
Wir verbrachten einige Stunden in diesen Räumen und zwischendurch half ich Hildegard bei ihren Nachforschungen und sie bei den meinigen. Erst wunderte ich mich, warum Alarik so wenig Interesse an diesen Büchern zeigte, doch dann sah ich den Grund dafür in Form von einigen ungeschickt hingekritzelten Buchstaben: Der Junge kann weder lesen und schreiben! Ich weiß gar nicht warum mich diese Tatsache leicht verwundert hat.... Bei den Menschen ist das keineswegs unüblich. Hildegard bringt ihm wohl gerade die Grundlagen bei. Alarik scheint seine Unfähigkeit zur Schrift wohl auch sehr peinlich zu sein: Kaum hatte ich ihn auf einige kleine Fehler in seiner Übung hingewiesen, verfärbte sich sein Gesicht rubinrot.
Spät in der Nacht verließen wir schließlich das Haus Wilhelm Theophil Paulus‘ und übernachteten im schwarzen Eber.
Die Rückreise nach Lur war bis auf eine Begegnung mit Räubern ereignislos. Räuber... Davon gibt es hier ja weit mehr als genug. Dieser Kampf stellte für uns keine größere Bedrohung dar und so erreichten wir dann schließlich Lur.
Ja ja, der arme Alarik.
AntwortenLöschenEin paar Tippfhgeler habe ich gefunden, aber es ist schön, dass der alte Scholasticus so viel Anklang findet bei Dvalinn.